Kapitalismus 17

Quote:

Wir sind aus der Nacht heraus geboren.
In ihr leben wir. In ihr werden wir sterben.
Doch das Licht wird morgen für die Vielen sein,
für all jene, die heute die Nacht beweinen,
für diejenigen, denen der Tag verweigert wird,
für diejenigen, für die der Tod ein Geschenk ist,
für diejenigen, denen das Leben verboten ist.
Für alle das Licht! Für alle alles!

Quelle:

Autor*inneninfo:

Das Zitat stammt aus einer Erklärung der Zapatistischen Armee der Nationalen Befreung EZLN. Die sogenannten Zapatistas sind eine indigene, basisdemokratische Guerilla-Bewegung in Mexiko. Am 1. Januar 1994 traten sie öffentlich in Erscheinung. Benannt sind sie nach dem Revolutionär Emiliano Zapata (1879-1919). Sie sind weltweit bekannt für antikapitalistische Wirtschaftsweise, indigenen Widerstand, anti-patriarchale Geschlechterorganisation und emanzipatorische Selbstorganisation.

Kontext:

Die Zapatistas besetzten Anfang 1994 mehrere Städte im mexikanischen Bundesstaat Chiapas. Sie protestierten damit u.a. gegen die nordamerikanische Freihandelszone NAFTA, die am 1. Januar 1994 in Kraft trat. Durch das als neoliberal kritisiertes Abkommen verloren viele Kleinbäuer:innen ihre Existenzgrundlage aufgrund von dem Preisdruck, der von billigen US-amerikanischen und kanadischen Produkten ausging. Die Zapatistas organisieren ihr Leben basisdemokratisch in Dorfgemeinschaften. Sie wollen ein Gegenbeispiel zum westlich-kapitalistischen Wirtschaftssystem in der Praxis aufbauen. Die Grundlagen ihrer Wirtschaftsweise sind Autonomie, Selbstverwaltung und Solidarität: Gemeinwohl statt Profit, kollektive Verantwortung, Selbstversorgung und globale Vernetzung mit anderen sozialen Bewegungen weltweit.

Zum Weiterlesen:

*Le Monde Diplomatique (François Cusset, 13.07.2017): “Die bescheidene Revolution.” (auch zum Hören) *Amerika 21 (Johannes Schwäbl, 21.08.2025): „Zapatisten richten globales Treffen über Widerstand in Mexiko aus.

Jahr:

1996