Freiwilligendienste 3

Quote:

„Lieber Ezenge Robincrusoe, nimm meine Grüße und Glückwünsche entgegen: Du hast es nach Deutschland geschafft. (…) Ich weiß, dass du vielleicht erschöpft bist, denn es war ein langes Jahr, und du hast so viel durchstanden. (…) So viel von dieser Zeit in deinem Leben ist der Selbstfindung gewidmet und dem Lernen durch Versuch und Irrtum.“

Quelle:

Zitat: Aus einem Brief von Ezenge Robincrusoe an sich selbst zu Beginn des Freiwilligenjahres aus dem Film „I am fine, but ...“ Bild: Redgreenfilms

Autor*inneninfo:

Ezenge Robincrusoe, ist ein kamerunischer Student, der 2019-2021 als Freiwilliger in Berlin verbracht hat.

Kontext:

In dem Zitat aus dem Dokumentarfilm „I am fine, but ...“ thematisiert ein Freiwilliger aus Kamerun in Berlin die Herausforderungen, denen Menschen aus dem Globalen Süden im Globalen Norden begegnen. Einige Probleme ähneln den von Nord-Freiwilligen im Globalen Süden (Abwesenheit der Familie, unbekanntes Essen). Aber die Grundvoraussetzung ist eine andere. Die Anwesenheit von Menschen aus dem Globalen Süden in Deutschland hat eine gewaltvolle Geschichte. Und dieser historische Rahmen hat immer noch Auswirkungen auf die Lebensrealität von Süd-Freiwilligen heute: Christoph Kolumbus, der in die Amerikas reiste, versprach den spanischen König:innen, so viele "Sklaven, wie sie nachfragen“ aus den Amerikas nach Europa zu verschleppen (Kolumbus 1493: 6). In den darauf folgenden Jahrhunderten wurden mehr als 12 Millionen Afrikaner:innen versklavt und in die Amerikas entführt (Ronald Segal 1995: 4). Aus den Kolonien des Deutschen Reiches wurden Menschen für sogenannte Völkerschauen nach Europa gebracht. Der Rassismus, der dieser Ausbeutung zugrunde lag und die Strukturen, die auf dieser Basis geschaffen wurden, beeinflussen immer noch das Leben von Freiwilligen aus dem Globalen Süden in Deutschland. Was verbindest du mit Reisen vom Globalen Süden in den Globalen Norden?

Zum Weiterlesen:

**Mehr Informationen und Trailer zum Film unter RedGreenFilms

Jahr:

2020