Quote:
„Das Merkmal „weiß“ beeinflußt, wer sie sind und wie sie denken.“
Quelle:
Zitat: hooks, bell (1994): Black Looks: Popkultur – Medien – Rassismus. Orlanda Frauenverlag. Berlin, S. 207
Bild: Void Network
Autor*inneninfo:
bell hooks (1952-2021) war eine Schwarze US-amerikanische Autorin und Wissenschaftlerin.Kontext:
Oft wird weißen Menschen erst klar, dass sie weiß sind, wenn sie sich unter nicht-weißen Menschen oder sich – zum Beispiel als Freiwillige - im Globalen Süden aufhalten. In dem Zitat macht bell hooks klar, dass weiße Menschen sich selbst oft nicht als Teil eines Kollektivs sehen mit ähnlichen Charakteristika, sondern als Individuen. Von nicht-weißen Menschen werden sie aber oft sehr wohl als Teil eines Kollektivs wahrgenommen. Denn sie stehen in der Tradition eines von kolonialer Macht, Rassismus und Dominanz strukturierten Weltsystems. Privilegien und Machtpositionen, die aufgrund von Weißsein zugeteilt werden, haben Einfluss auf viele Lebensbereiche und auch auf die Identitätsbildung weißer Personen: Weiße Menschen sind markiert durch Weißsein. Die weiße feministische Theoretikerin Peggy McIntosh entwickelte 1990 einen Fragebogen, um diese oft weißen Menschen nicht bewussten Privilegien deutlich zu machen. Oft löst die Konfrontation mit Privilegien Abwehrreaktionen aus, weil sich viele weiße Menschen nicht privilegiert fühlen.
Die Schwarze Literaturwissenschaftlerin Peggy Piesche kritisiert das häufige Selbstbild weißer Menschen: „«Ich bin aktiv, ich bin ein Individuum, ich bin ein moralisch integres Individuum. Ich bin handelnd und ich habe Entscheidungskompetenzen.» (...) Es geht nicht darum so in eine depressive Grundstimmung abzutauchen und zu sagen: «Mein Gott, ich komme aus diesem Weißsein nicht raus und wir sind ja wirklich so schäbig und schlimm.» Das ist es nicht worum es geht. Sondern wirklich sich zu überlegen, in welches System ist man eingeschrieben.“ (in Kiesel & Philipp 2011: Minute 29:00 und 42:00).
Inwiefern beeinflusst deine Positioniertheit als weiß oder BIPoC deinen Alltag als Freiwillige im Partnerland?
Zum Weiterlesen:
*Robin DiAngelo (2018): White Fragility: Why It's So Hard for White People to Talk About Racism. Boston: Beacon Press.
Jahr:
1994