Freiwilligendienste 14

Quote:

„Ich möchte, dass die von mir als Freiwillige sagen: Boah, die hat geholfen, es hat keine Probleme gegeben. […] Sie war nicht irgendein Freiwilliger, sie war ein effektiver Nutzen, sie hat Verbesserungsvorschläge gemacht, einen konstruktiven Beitrag geleistet, damit sich was ändert, damit Arbeitsabläufe effektiver gestaltet werden können. Das spart Zeit und Geld.“

Quelle:

Autor*inneninfo:

Das Zitat stammt von einer:m anonymisierten Nord-Freiwilligen und wurde im Rahmen einer Trägertagung 2010 thematisiert.

Kontext:

Aus dem Zitat der Freiwilligen spricht die Vorstellung, in dem Partnerland etwas verändern zu wollen und auch tatsächlich etwas verändern zu können. Hinter solchem Veränderungsdrang steht oft die Vorstellung, dass die Gesellschaft im Globalen Süden unsere Hilfe braucht, um sich erfolgreich zu „entwickeln“. Häufig werden in Äußerungen von Nord-Freiwilligen die eigene und die Gesellschaft im Partnerland als Gegensätze dargestellt. Der Globale Süden wird in Verbindung gebracht mit Charakteristika wie „traditionell, unveränderlich, passiv, empfangend, einfach, emotional, ursprünglich, ländlich, undiszipliniert"; der Globale Norden hingegen sei gleichbedeutend mit "modern, entwickelt, ständig im Wandel, aktiv, gebend, komplex, rational, fortschrittlich, städtisch, diszipliniert" (glokal 2013: 16). Außerdem wird mit dem Zitat deutlich, wie tief neoliberale Vorstellungen von Zeit, Geld und Effizienz verankert sind (vgl. hierzu den glokal-Zeitstrahl zu Arbeit). Was sind für dich die Ziele deines Freiwilligendienstes?

Zum Weiterlesen:

*Timo Kiesel & Carolin Philipp(2011): „white charity. Schwarzsein und Weißsein auf Spendenplakaten." Dokumentarfilm.

Jahr:

2010