Rudyard Kipling, 1865-1936, war britischer Schriftsteller und Autor des Dschungelbuchs.
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Die Antwort war
OK
Ergreift die Bürde des Weißen Mannes –
schickt die Besten aus, die ihr erzieht –
Bannt eure Söhne ins Exil
den Bedürfnissen eurer Gefangenen zu dienen;
in schwerem Geschirre aufzuwarten
verschreckten wilden Leuten –
euren neugefangenen verdrossenen Völkern,
halb Teufel und halb Kind.
Richtig!
Ergreift die Bürde des Weißen Mannes –
schickt die Besten aus, die ihr erzieht –
Bannt eure Söhne ins Exil
den Bedürfnissen eurer Gefangenen zu dienen;
in schwerem Geschirre aufzuwarten
verschreckten wilden Leuten –
euren neugefangenen verdrossenen Völkern,
halb Teufel und halb Kind.
Jahr:
Autor*inneninfo:
Quelle:
Rudyard Kipling (1899): „The White Man’s Burden“, Ersterscheinung im McClure’s Magazine vom 12.02.1899.
Kontext:
„Die Bürde des weißen Mannes“ drückt das koloniale Sendungsbewusstsein aus, das nicht erst Ende des 19. Jahrhunderts entstand, als Kipling das Gedicht schrieb. Europäische Kolonisation und christliche Mission wurden schon seit Jahrhunderten als Zivilisationsmissionen gerechtfertigt (Teno 2004). Kurz nachdem Kipling sein Werk veröffentlichte, erschien eine Satire darauf, ein Gedicht namens „The Brown Man’s Burden“ des Briten Henry du Pré Labouchère, in dem er schrieb, dass Kolonialismus keine Zivilisierungsmission ist und keinen positiven Einfluss auf das Leben der Kolonisierten habe, sondern imperialistische Dominierung von Anderen ist: „Der Verlust der braunen Mannes impliziert immer den Gewinn des weißen Mannes. (…) Lass alle deine Manifeste vor Menschenfreundlichkeit stinken. Und wenn er [the brown man] mit heidnischer Torheit es wagt, dies zu bestreiten. Dann im Namen der Freiheit, zögere nicht zu schießen.“
Zum Weiterlesen:
*Bausteine für eine nicht-rassistische Bildungsarbeit (2008): Die Bürde des weißen Mannes.
*Teno, Jean Marie (2004): „Gehet hin in alle Welt …“ Die deutsche Mission in Afrika. Dokumentarfilm. Frankreich/ Deutschland.
*Henry Labouchère (1899): The Brown Man’s Burden. London: Truth.
OK
Deutschland ist jetzt als Kolonialmacht zu betrachten und damit in der Lage, eine Konferenz in Berlin vorzuschlagen. Man wird unser Land hören auf diesem wichtigen Kongress, der darauf zielt, die Grundlagen der zukünftigen Regierung für diese weiten Gebiete zu schaffen.
Richtig!
Deutschland ist jetzt als Kolonialmacht zu betrachten und damit in der Lage, eine Konferenz in Berlin vorzuschlagen. Man wird unser Land hören auf diesem wichtigen Kongress, der darauf zielt, die Grundlagen der zukünftigen Regierung für diese weiten Gebiete zu schaffen.
Jahr:
Autor*inneninfo:
Kaiser Wilhelm I. (1797-1888) war ab 1861 König von Preußen und ab 1971 erster deutscher Kaiser.
Quelle:
Christian Kopp/Berlin Postkolonial (2009): „Im Geiste guten gegenseitigen Einvernehmens“ – Bismarcks Berliner Afrika-Konferenz.
Kontext:
Die Berliner Konferenz wurde auf Einladung des Deutschen Reichs und der Französischen Republik am 15. November 1884 einberufen. Diese Konferenz ist historisch einzigartig und skandalös, weil der Kontinent Afrika unter überwiegend westlichen Ländern ohne Partizipation der afrikanischen Bewohner:innen aufgeteilt wurde.
Teilnehmende Länder waren zehn weitere europäische Länder, die USA und das Osmanische Reich. Die Kolonisierung, Enteignung, Versklavung, Ermordung und Zwangsarbeit von Menschen in Afrika begann aber weitaus früher. Diese Kolonialpolitik führte zu einer wesentlichen wirtschaftlichen Bereicherung der benannten Länder, insbesondere Europas. Der heutige Wohlstand und Reichtum Europas ist nicht ohne die bis heute bestehende imperialistische (post-)koloniale Politik zu thematisieren.
Zum Weiterlesen:
*glokal e.V. (2013): „Mit kolonialen Grüßen …“ Bericht und Erzählungen von Auslandsaufenthalten rassismuskritisch betrachtet).
OK
Das Deutsche Reich muss unbedingt den Erwerb von Kolonien anstreben. Im Reiche selbst ist zu wenig Raum für die große Bevölkerung. Gerade die etwas wagemutigen, stark vorwärts strebenden Elemente, die sich im Land selbst nicht betätigen konnten, aber in den Kolonien ein Feld für ihre Betätigung finden, gehen uns dauernd verloren. Wir müssen für unser Volk mehr Raum haben und darum Kolonien.
Richtig!
Das Deutsche Reich muss unbedingt den Erwerb von Kolonien anstreben. Im Reiche selbst ist zu wenig Raum für die große Bevölkerung. Gerade die etwas wagemutigen, stark vorwärts strebenden Elemente, die sich im Land selbst nicht betätigen konnten, aber in den Kolonien ein Feld für ihre Betätigung finden, gehen uns dauernd verloren. Wir müssen für unser Volk mehr Raum haben und darum Kolonien.
Jahr:
Autor*inneninfo:
Konrad Adenauer (1876-1967) war 1927 Oberbürgermeister der Stadt Köln und später Bundeskanzler von 1949-1963.
Quelle:
Zitiert in: Rheinisches JournalistInnenbüro, recherche international e.V (2008: 45). Originalquelle: Horst Gründer (1999): „… da und dort ein junges Deutschland gründen“. Rassismus, Kolonien und kolonialer Gedanke vom 16. bis 20. Jahrhundert. München: Deutscher Taschenbuch Verlag, S. 327.
Kontext:
Konrad Adenauer ist als erster Bundeskanzler nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland bekannt. Er war aber auch von 1931 bis 1932 stellvertretender Präsident der Deutschen Kolonialgesellschaft. Das Zitat zur Kolonialpolitik des Deutschen Reichs entstand während seiner Amtstätigkeit als Oberbürgermeister der Stadt Köln. Die Ideologie vom „Volk ohne Raum“ stand hinter dem Streben nach Siedlungskolonialismus und Auswanderung nach dem Ersten Weltkrieg. Zuvor hatten die Siegermächte nach dem Ersten Weltkrieg die deutschen „Schutzgebiete“ übernommen und den Deutschen eine sowohl unfähige als auch besonders gewaltvolle Kolonisierungspolitik vorgeworfen. Die Alliierten wollten den „Wilhelminischen Imperialismus“ begrenzen. Daraufhin agitierten diese aggressiv gegen die sogenannte „Kolonialschuldlüge“.
Zum Weiterlesen:
*Rheinisches JournalistInnenbüro & recherche international e.V (2008): Die dritte Welt im Zweiten Weltkrieg. Unterrichtsmaterialien zu einem vergessenen Kapitel der Geschichte.
OK
Die Völker sind die Träger der Kulturen. Völker unterscheiden sich durch Sprache, Herkunft, geschichtliche Erfahrung, Religion, Wertvorstellungen und ihr Bewußtsein. Ihrer kulturellen Eigenart werden sich die Völker besonders dann und dort bewußt, wo diese gefährdet ist. Die Erhaltung der Völker dient der Erhaltung der Kultur. Bloße Gesellschaften entwickeln keine Kultur, sondern bestenfalls eine Zivilisation, deren höchster Wert materiell ist. „Multikulturelle“ Gesellschaften sind in Wirklichkeit kulturlose Gesellschaften. Die Vielfalt der Völker muß erhalten bleiben.
Richtig!
Die Völker sind die Träger der Kulturen. Völker unterscheiden sich durch Sprache, Herkunft, geschichtliche Erfahrung, Religion, Wertvorstellungen und ihr Bewußtsein. Ihrer kulturellen Eigenart werden sich die Völker besonders dann und dort bewußt, wo diese gefährdet ist. Die Erhaltung der Völker dient der Erhaltung der Kultur. Bloße Gesellschaften entwickeln keine Kultur, sondern bestenfalls eine Zivilisation, deren höchster Wert materiell ist. „Multikulturelle“ Gesellschaften sind in Wirklichkeit kulturlose Gesellschaften. Die Vielfalt der Völker muß erhalten bleiben.
Jahr:
Autor*inneninfo:
Parteiprogramm der NPD. Die rechtsextreme Nationaldemokratische Partei Deuschlands wurde 1964 gegründet. Das Bundesverfassungsgericht urteilte 2017, dass sie in Sprache und Programm der NSDAP gleichen.
Quelle:
NPD (1996): Parteiprogramm.
Kontext:
Der Kulturbegriff wird auch von rechtsextremer Seite genutzt und mit völkischer Ideologie (Blut und Boden) gefüllt. Die Idee von Reinheit und Abgeschlossenheit von Kulturen baut dabei ebenso auf das Konstrukt Rasse auf, wie die Idee von Höherwertigkeit und Minderwertigkeit einzelner Kulturen. Die NPD veröffentlichte 2002 ein Positionspapier zum „Ethnopluralismus“, einem Konzept der neuen Rechten. Nach Kurt Lenk (2005) ist dieser eine Mischung aus Sozialdarwinismus (Kampf ums Dasein) und Rassismus, unter dem Vorwand kultureller Selbstbestimmung. Der Ethnopluralismus propagiert, dass jede Kultur in sich abgeschlossen ist und sich nicht mit anderen vermischen sollte. Anhänger:innen hat diese Ideologie in Österreich und Frankreich (identitäre Bewegung), aber auch in Griechenland, den USA und Südafrika.
Zum Weiterlesen:
*Margret Jäger & Siegfried Jäger (1999): Die Restauration rechten Denkens. In: Forschungsinstitut der Internationalen Wissenschaftlichen Vereinigung Weltwirtschaft und Weltpolitik (IWVWW, Hrsg.): Berichte November 1999, S. 38-57.
*Belltower News (2008): Ethnopluralismus.
*Kurt Lenk (2005): Rechtsextreme Argumentationsmuster.
OK
Spanier sollen nicht nur den allgemeinen Personenmangel mildern helfen: sie sollen vor allem viele Frauen entlasten, auf die sich die Post schon seit Monaten stützen muss. Von 1700 Kräften des Hauptpostamtes sind mehr als die Hälfte – genau 900 – weiblichen Geschlechts. Oberpostdirektor Kröpf: „Unsere Arbeit ist vielfach so schwer, dass wir da eigentlich keine Frauen beschädigen sollten. Hier nun sollen – vornehmlich im Verladedienst auf dem Bahnhof – die Spanier einspringen.“
Richtig!
Spanier sollen nicht nur den allgemeinen Personenmangel mildern helfen: sie sollen vor allem viele Frauen entlasten, auf die sich die Post schon seit Monaten stützen muss. Von 1700 Kräften des Hauptpostamtes sind mehr als die Hälfte – genau 900 – weiblichen Geschlechts. Oberpostdirektor Kröpf: „Unsere Arbeit ist vielfach so schwer, dass wir da eigentlich keine Frauen beschädigen sollten. Hier nun sollen – vornehmlich im Verladedienst auf dem Bahnhof – die Spanier einspringen.“
Jahr:
Autor*inneninfo:
Unbekannter Journalist der Tageszeitung Rheinische Post.
Quelle:
Zitat: Zitiert nach Ceren Türkmen. Originalquelle: Lokale Tageszeitung: Rheinische Post vom 16.11.1962. Ohne Seitenangabe.
Bild: pics.de
Kontext:
Die Geschichtschreibung des Gastarbeitsdiskurses wird meistens aus hegemonialen Quellen beschrieben, wie in diesem Zitat von der Rheinischen Post, die das mangelhafte Deutsch der männlichen Arbeitsmigranten in den Vordergrund stellt und gleichzeitig die in den 1960er Jahren in Westdeutschland verbreitete Einstellung vertritt, dass deutsche Frauen eigentlich keiner Lohnarbeit nachgehen sollten. Während es schon seit Beginn der „Gastarbeiter-Anwerbung“ migrantische Widerstände gab, ist die Kritik der migrantischen Arbeiter:innen erst in den letzten zwei Jahrzehnten (z.B. mit Feridun Zaimoğlus Buch „Kanak Sprak. 24 Mißtöne vom Rande der Gesellschaft“ von 1995) im Mainstream wahrgenommen worden.
Zum Weiterlesen:
*Ceren Türkmen (2017). Gastarbeitsgeschichte zwischen Migrationsregime, Staat und kommunaler Befreiung. In glokal: Connecting the Dots. Lernen aus Geschichte(n) zu Unterdrückung und Widerstand.
*Ceren Türkmen (2011): Diskontinuität und Kohärenz. Gastarbeitsmigration und die Organisierung der Arbeitsteilung in Deutschland. In: Jane Angerjärv, Hella Hertzfeldt (Hrsg.): Geschlecht – Migration – Integration. Manuskripte 94. Berlin, S. 51-65.
OK
Wir können in den Wald gehen und nehmen, was wir wollen, Fisch aus dem Fischteich und Wild aus den Wäldern; wir können in den Wäldern, Wassern und Wiesen machen, was wir wollen.
Richtig!
Wir können in den Wald gehen und nehmen, was wir wollen, Fisch aus dem Fischteich und Wild aus den Wäldern; wir können in den Wäldern, Wassern und Wiesen machen, was wir wollen.
Jahr:
Autor*inneninfo:
Ein anonymer Leibeigener in einer englischen Chronik Mitte des 12. Jahrhunderts. Die Leibeigenschaft entwickelte sich im mittelalterlichen Europa nach dem Ende der Verklavung von Europäer:innen zwischen dem 5. und 7. Jahrhundert. Leibeigene waren das Eigentum ihrer Herr:innen, hatten aber mehr Freiheiten als versklavte Menschen und konnten die Gemeingüter Wälder, Seen und Wiesen etc. nutzen.
Quelle:
Rodney Hilton (1973): Bond Men Made Free. Medieval Peasant Movements and the English Rising of 1381. New York: Viking Press Inc.
Kontext:
Trotz ihrer Bindung an Fürsten hatten Leibeigene eine gewisse Unabhängigkeit, denn sie konnten sich durch Gemeingüter selbst ernähren. Mit dem Frühkapitalismus ab dem 16. Jahrhundert wurde Land massiv privatisiert (Federici 2014: 68). Menschen verarmten und wurden abhängig von den schon ab 1530 geschaffenen Sozialsystemen (Federici 2014: 84). Landprivatisierung gab es auf der ganzen Welt: Im 16. Jhd hatten europäische Händler:innen einen Großteil der Kanarischen Inseln ‚privatisiert‘ und in Zuckerplantagen umgewandelt. In den Amerikas war zu Beginn des 17. Jhd schon ein Drittel des gemeinsam genutzten Landes der Native Americans von den Spanier:innen besetzt (Federici 2014: 68). In deren Encomienda-System wurden dem Kolonisator die Bewohner:innen des eroberten Landes von der spanischen Krone zugesprochen.
Zum Weiterlesen:
*Silvia Federici (2014): Caliban und die Hexe: Frauen, der Körper und die ursprüngliche Akkumulation. Wien: Mandelbaum kritik & utopie.
OK
Es gibt kein Verbot [von Selbstverwaltung] als solches. (…) Ich bin nicht dagegen, aber ich möchte, dass dabei unsere Interessen gewahrt werden (…). Wenn Wahlen zu früh abgehalten werden, können sie viel zerstören. Das muss alles sehr vorsichtig gemacht werden.
Richtig!
Es gibt kein Verbot [von Selbstverwaltung] als solches. (…) Ich bin nicht dagegen, aber ich möchte, dass dabei unsere Interessen gewahrt werden (…). Wenn Wahlen zu früh abgehalten werden, können sie viel zerstören. Das muss alles sehr vorsichtig gemacht werden.
Jahr:
Autor*inneninfo:
Paul Bremer (geb. 1941) war US-amerikanischer Zivilverwalter im Irak, der 2003 -2004 von der US-Regierung eingesetzt wurde.
Quelle:
Washington Post (28.06.2003): Occupation Forces Halting Elections Throughout Iraq.
Kontext:
Die Politik Bremers, Wahlen zu verzögern, führte zusammen mit der autoritären Besatzungsstrategie der US-Amerikaner:innen Naomi Klein zufolge dazu, dass sich die Gewalt zwischen Religionsgruppen sowie gewaltsame Religionsinterpretationen verschärften (Klein 2010: 508). Ab Frühjahr 2004 kam es zu immer mehr Zwischenfällen (ebds.: 489). Mit ihrer Politik des „Regime Change“ (Regimewandels), der Unterstützung von Militär- und anderen Putschen außerhalb ihres Staatsgebietes im gesamten 20. Jahrhundert, setzten sich die USA als hegemoniale Kraft im 20. Jahrhundert stark von der Hegemonialpolitik Großbritanniens, das eine klassische Kolonialpolitik betrieb, ab.
Zum Weiterlesen:
*Ranabir Samaddar (2017): Die Krise des Kapitalismus bedeutet nicht das Ende des Kapitalismus. Interview in glokal e.V. (Hrsg.): Connecting the Dots.
Lernen aus Geschichte(n) zu Unterdrückung und Widerstand. Berlin, S. 72.
*Naomi Klein (2010): Die Schock-Strategie. Der Aufstieg des Katastrophen-Kapitalismus. Frankfurt a. M.: Fischer.
OK
Hier bin ich nicht mehr in meiner Heimat, sondern die haben sie mir in einer ganz bestimmten Weise geklaut. Die ganze Umgebung ist (mir) fremd geworden. Das fängt beim Geruch an und geht bis zur Straße.
Richtig!
Hier bin ich nicht mehr in meiner Heimat, sondern die haben sie mir in einer ganz bestimmten Weise geklaut. Die ganze Umgebung ist (mir) fremd geworden. Das fängt beim Geruch an und geht bis zur Straße.
Jahr:
Autor*inneninfo:
Heinrich Lummer (1932-2019) war CDU-Politiker und war von 1981-1986 Innensenator des Landes Berlin.
Quelle:
David Clay Large (2002): Berlin. Biographie einer Stadt. STADT_VERLAG, S. 441.
Kontext:
Der ehemalige Innensenator des Landes Berlin, Heinrich Lummer, machte nicht nur durch seine Korruptionsskandale und seine Zuarbeit zum Bundesnachrichtendienst sowie die Einspannung von Rechtsextremist:innen in die CDU auf sich aufmerksam. Lummer ist auch auffällig geworden durch rassistische und antisemitische Äußerungen, in denen er gegen eine ‘Überfremdung’ Deutschlands Stimmung betrieb, wie aus dem Zitat deutlich wird. Diese Diskurse trugen auch dazu bei, dass Kreuzberg unter weißen Deutschen für lange Zeit als kriminell, gefährlich und als Ghetto dargestellt wurde. Gleichzeitig war es für die Bewohner:innen tatsächlich oft eine sichere Umwelt, in der sie sich mit weniger rechten Gefahren konfrontiert sahen. Begriffe wie ‘Türkenkinder’, ‘soziale Verelendung’ und ‘Türkenkolonie‘ wurden ganz selbstverständlich vom Magazin Der Spiegel verwendet. Das Zitat bezieht sich auf den Berliner Stadtteil Kreuzberg der 1980er Jahre, in dem vor der großen Gentrifizierung noch schätzungsweise 30.000 Menschen aus der Türkei lebten und es dadurch den Namen ‘Klein-Istanbul‘ bekam. Kreuzberg wurde mit den New Yorker Stadtteilen Bronx, Harlem und Brooklyn verglichen, die auf ähnliche Weise stigmatisiert und kriminalisiert wurden.
Zum Weiterlesen:
*Iman Attia (2007): Orient- und IslamBilder. Interdisziplinäre Beiträge zu Orientalismus und antimuslimischem Rassismus, Münster: Unrast.
*Çagrı Kahveci (2017): Migrantische Selbstorganisierung im Kampf gegen Rassismus. Die politische Praxis ausgewählter antirassistischer Gruppen türkeistämmiger Migrant*innen, Münster: Unrast.
OK
du siehst/ mich hinter/ deiner pocket kamera/ erinnerungen aus ostafrika/ und das/ was du gelesen hast/ darüber/ bereit es auf mir abzuladen// (…)/ den letzten urlaub/ hast du/ dort verbracht/ und willst/ mich/ tanzen sehen/ damit die bilder wieder/ greifbar werden// ich schau dich an/ und in die ferne/ in die vergangenheit/ vor und zurück/ suche/ nach einem grund/ dich/ SCHWESTER/ zu nennen.
Richtig!
du siehst/ mich hinter/ deiner pocket kamera/ erinnerungen aus ostafrika/ und das/ was du gelesen hast/ darüber/ bereit es auf mir abzuladen// (…)/ den letzten urlaub/ hast du/ dort verbracht/ und willst/ mich/ tanzen sehen/ damit die bilder wieder/ greifbar werden// ich schau dich an/ und in die ferne/ in die vergangenheit/ vor und zurück/ suche/ nach einem grund/ dich/ SCHWESTER/ zu nennen.
Jahr:
Autor*inneninfo:
May Ayim (1960-1996) war afrodeutsche Dichterin, Aktivistin, Pädagogin und Logopädin.
Quelle:
May Ayim 1995: 75
Kontext:
Ayim spricht von der Herausforderungen der Bündnisse zwischen Schwarzen und weißen Feminist*innen. Das Konzept einer „globalen“ Schwesternschaft, zu dem die Frauenbewegung des Globalen Nordens aufruft, ist auch für Gayatri Spivak oft nichts weiter als eine paternalistische Mission in Richtung der „armen“ Schwestern in der „Dritten Welt“. Immer wieder weist sie die feministischen Bewegungen des Nordens darauf hin, dass die Kämpfe der Frauen im Süden eine andere materielle Grundlage haben als jene, die von Frauen der „Ersten Welt“ ausgetragen werden. Die verbreitete Praxis, Frauen des Südens zu romantisieren, zu viktimisieren oder etwa in paternalistischer Manier darzustellen, ist symptomatisch für ein kolonialistisches Wohlwollen. Auch bell hooks ruft zu einer Vielfältigkeit, Auseinandersetzung und Anderssein innerhalb der feministischen Solidarität auf: „Solidarität muß nicht unbedingt auf gemeinsame Erfahrung beruhen. Sie kann sich auf das politische und ethische Verständnis von Rassismus und die Absage an Dominanz gründen“ (hooks 1994: 23f.)
Zum Weiterlesen:
*May Ayim (1995): schwarz weiss monolog, in: Blues in Schwarz-Weiss. Berlin: Orlanda Frauenverlag.
*Audre Lorde (2009): I Am Your Sister: Collected and Unpublished Writings of Audre Lorde. Oxford & New York: Oxford University Press.
*Gayatri Spivak (1988): Can The Subaltern Speak? In: Cary Nelson & Lawrence Grossberg (Hrsg.): Marxism and the Interpretation of Culture. Chicago: University of Illinois Press, S. 66f.
*bell hooks (1986): Sisterhood: Political Solidarity between Women.
* bell hooks (1994): Black Looks. Deutsche Ausgabe, S. 23 f.
OK
Die ineffizienten Staatsbetriebe in private Hände zu bringen ist von entscheidender Bedeutung für die Gesundung der irakischen Volkswirtschaft.
Richtig!
Die ineffizienten Staatsbetriebe in private Hände zu bringen ist von entscheidender Bedeutung für die Gesundung der irakischen Volkswirtschaft.
Jahr:
Autor*inneninfo:
Paul Bremer (geb. 1941) ist US-amerikanischer Diplomat und war ab 2003 Zivilverwalter im Irak.
Quelle:
Naomi Klein (2010: 480)
Kontext:
Naomi Klein beschreibt, dass Bremer als Zivilverwalter in Saddam Husseins Palast saß, Handels- und Investitionsgesetze per Email entgegen nahm und sie dem irakischen Volk per Befehl auferlegte (Klein 2010: 479). Bremer vertagte die für 2003 angesetzten Wahlen, ließ erst später Wahlen und eine von Washington überwachte Demokratie zu. Das irakische Kabinett verabschiedete 2007 ein Gesetz, mit dem es sich selbst entmachtete: U.a. hatte es danach keinerlei Mitbestimmungsrecht mehr in der Aushandlung von Ölverträgen (ebd.: 527). Auch südeuropäischen Ländern ging es in der Euro-Krise ähnlich. Griechische Parlamentarier:innen hatten wenig Mitspracherecht, als öffentliche Güter verkauft wurden. Die Vorsitzenden des Privatisierungsfonds waren zusätzlich immun gegen Strafverfolgung (Die Zeit, 16.06.2017: Spanien droht mit Veto gegen Griechenland-Hilfen).
Zum Weiterlesen:
*Naomi Klein (2010): Die Schock-Strategie. Der Aufstieg des Katastrophen-Kapitalismus. Frankfurt am Main: Fischer, S. 451ff.
*David Harvey (2005): Der neue Imperialismus. Hamburg: VSA, S. 270ff.
OK
Und natürlich war der Ansatz zu sagen, jetzt machen wir mal Multikulti und leben so nebeneinander her. Dieser Ansatz ist gescheitert, absolut gescheitert!
Richtig!
Und natürlich war der Ansatz zu sagen, jetzt machen wir mal Multikulti und leben so nebeneinander her. Dieser Ansatz ist gescheitert, absolut gescheitert!
Jahr:
Autor*inneninfo:
Bundeskanzlerin Angela Merkel (geb. 1954) ist Politikerin der CDU und war von 2005-2021 Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland. Sie war die erste Frau in diesem Amt.
Quelle:
In einer Rede vom 16. Oktober 2010 vor der Jungen Union.
Kontext:
Angela Merkel machte als Bundeskanzlerin Integrationspolitik zur Chefinnensache. Die sogenannten ‚Deutschen mit Migrationshintergrund‘ kamen aufgrund von Berichten über Armut, soziale Ungleichheit an Schulen und auf dem Arbeitsmarkt etc. in den Fokus der Medien. Schnell wurde im rechts-konservativen Lager von selbstverschuldeter Armut gesprochen und vom Scheitern des „Multikulti“-Ansatzes. Angela Merkel setzte zunächst auf staatliche Integrationspolitik. Sie organisierte seit 2006 jährlich die Deutsche Islamkonferenz und den Integrationsgipfel. Im gleichen Jahr des Zitats veröffentlichte der ehemalige SPD-Politiker Thilo Sarrazin sein Buch „Deutschland schafft sich ab“. CSU-Vorsitzender Horst Seehofer bezog sich positiv auf Sarrazins Idee der Leitkultur. Angela Merkel stellte sich mit diesem Zitat hinter Seehofer und ein autoritäres Integrationsprojekt.
Zum Weiterlesen:
*Spiegel (2010): Integration: Merkel erklärt Multikulti für gescheitert.
OK
Wir haben es jetzt mit einem anderen Volk zu tun, klein und schwach, als unsere Vorfahren zum ersten Mal mit ihnen zusammentrafen, aber jetzt groß und anmaßend. Seltsamerweise haben sie die Absicht, den Boden zu bestellen, und die Liebe zum Besitz ist eine Krankheit in ihnen. Sie haben viele Gesetze gemacht, die die Reichen brechen dürfen, die Armen aber nicht. Sie haben eine Religion, in der die Armen beten und die Reichen nicht. Sie nehmen das Geld der Armen und Schwachen, um die Reichen und Regierenden damit zu unterstützen. Sie beanspruchen unsere Mutter, die Erde, für ihren eigenen Gebrauch und grenzen sich von ihren Nachbarn ab. Wenn Amerika doppelt so groß wäre, wie es ist, es wäre immer noch nicht genug für sie.
Richtig!
Wir haben es jetzt mit einem anderen Volk zu tun, klein und schwach, als unsere Vorfahren zum ersten Mal mit ihnen zusammentrafen, aber jetzt groß und anmaßend. Seltsamerweise haben sie die Absicht, den Boden zu bestellen, und die Liebe zum Besitz ist eine Krankheit in ihnen. Sie haben viele Gesetze gemacht, die die Reichen brechen dürfen, die Armen aber nicht. Sie haben eine Religion, in der die Armen beten und die Reichen nicht. Sie nehmen das Geld der Armen und Schwachen, um die Reichen und Regierenden damit zu unterstützen. Sie beanspruchen unsere Mutter, die Erde, für ihren eigenen Gebrauch und grenzen sich von ihren Nachbarn ab. Wenn Amerika doppelt so groß wäre, wie es ist, es wäre immer noch nicht genug für sie.
Jahr:
Autor*inneninfo:
Sitting Bull (ca. 1831-1890) hieß eigentlich Tȟatȟáŋka Íyotake. Er war ein Anführer und Heiler der Hunkpapa-Lakota-Sioux.
Quelle:
Bob Blaisdell (2014): The Dover Anthology of American Literature. From 1865 to 1922. S. 77.
Kontext:
Die heutigen USA wurden als sogenannte Siedlungskolonie mit europäischen Migrant:innen bevölkert. In dem Zitat spricht Sitting Bull als Native American über die Genoziderfahrung während dieser Kolonisation. Der bis heute populäre Anführer der Sioux trauert um die Enteignung der Native Americans. Gleichzeitig werden in dem Zitat auch analytische Aspekte deutlich, die Aufschluss darüber geben, wie Sitting Bull die Siedlungspolitik, die Massenermordung und die Kriege, aber auch die neue gesamte Kultur, die mit dem ‚weißen Mann‘ in ihr Land kam, beobachtete, analysierte und interpretierte.
Zum Weiterlesen:
*Dee Brown (1970): Bury My Heart at Wounded Knee. An Indian History of the American West. New York: Holt, Rinehart & Winston.
OK
„Meine Mutter wurden oft Schmerzen abgesprochen bzw. nicht ernstgenommen. Falsche Medikamente wurden ihr während eines Krankenhausaufenthaltes aufgrund einer Lebererkrankung verabreicht. Gegen ihren Willen und obwohl sie darauf mehrmals hingewiesen hat. Die Nebenwirkungen waren sehr drastisch, sie hat viel Gewicht verloren, konnte nichts mehr essen und hatte kaum Energie. Dennoch, ihr wurde immer unterstellt, dass sie übertreibt und die Behandlung die Richtige sei. Bis zu dem Punkt, an dem sie wirklich unter akuter Lebensgefahr stand …“
Richtig!
„Meine Mutter wurden oft Schmerzen abgesprochen bzw. nicht ernstgenommen. Falsche Medikamente wurden ihr während eines Krankenhausaufenthaltes aufgrund einer Lebererkrankung verabreicht. Gegen ihren Willen und obwohl sie darauf mehrmals hingewiesen hat. Die Nebenwirkungen waren sehr drastisch, sie hat viel Gewicht verloren, konnte nichts mehr essen und hatte kaum Energie. Dennoch, ihr wurde immer unterstellt, dass sie übertreibt und die Behandlung die Richtige sei. Bis zu dem Punkt, an dem sie wirklich unter akuter Lebensgefahr stand …“
Jahr:
Autor*inneninfo:
Interviewpartner:in Iman in einem Artikel von Alisha Qamar (2020). Alisha Qamar ist Medizinstudentin in Bochum und Aktivistin im Bereich Menschenrechte, u.a. bei „The ONE Campaign“.
Quelle:
Thieme.de (Alisha Qamar), 12.08.2020: „Black Lives Matter – Rassismus im Gesundheitswesen„
Kontext:
Durch koloniale Kontinuitäten werden Schwarze Menschen bis heute in der medizinischen Versorgung unzureichend mitgedacht und oft schlechter versorgt.
Damals wurden schrecklichen Taten der Versklavung gerechtfertigt und damit begründet, dass schwarze Haut vermeintlich dicker und schmerzresistenter sei als weiße Haut. Bis heute lässt sich die Medizin von diesem Gedanken beeinflussen. Die wissenschaftliche Fachzeitschrift „Proceedings of the National Academy of Sciences“ aus den USA veröffentlichte bereits 2016 legt in einem Artikel über die Ungleiche Behandlung von Schwarzen Patient*innen dar, dass ein Großteil der Ärzt*innen Schwarze Patient*innen im Gegensatz zu weißen weniger Schmerzmedikationen verschreiben (57 % zu 74 %). Die Studie von Staton et al untersuchte die unterschiedliche Wahrnehmung von Schmerz bei Patient*innen durch Ärzt*innen. In der Studie lag die Unterschätzung von verspürtem Schmerz bei Schwarzen Patient*innen und Patienten bei 47 %, den weißer bei 33,5 %. Schwarze Patientinnen und Patienten warten im Durchschnitt länger in der Notaufnahme und werden in ihrem Anliegen nicht ernstgenommen. (Thieme 12.08.2020)
Zudem sehen sich BIPOC stigmatisierenden Diagnosen ausgesetzt, Stichwörter sind hier Beispielsweise der sogenannte Mongolenfleck oder der Morbus Mediterraneus. Diese stigmatisierenden Diagnosen können mitunter tödliche oder gesundheitsschädigende Folgen haben, da zum Teil ernsthafte Krankheitsbilder zu spät erkannt und präventive Maßnahmen nur unzureichend getroffen werden können (Ärztezeitung, 21.04.2015). Diese Frage der Repräsentation ist eng mit der grundsätzlichen Frage der globalen Ungleichverteilung von medizinischer Versorgung, die sich besonders in der Coronapandemie gezeigt hat.
Zum Weiterlesen:
*The New England Journal of Medicine (LaShyra Nolen), 25.06.2020: „How Medical Education Is Missing the Bull’s-eye„
OK
Beim Suchen fand ich etwas, das ich nicht erwartet hatte, etwas, wofür auch Jahrzehnte von entschlossener Assimilation mich nicht blind machen konnten: In diesem schwulen Mekka war ich ein unsichtbarer Mann; immer noch hatte ich keinen Schatten, keine Substanz. Keine Geschichte, keinen Platz. Keine Spiegelung. Ich war ein Alien, ungesehen – und gesehen, ungewollt. Hier, wie in Hepzibah, war ich ein [N.], immer noch. Ich gab auf.
Richtig!
Beim Suchen fand ich etwas, das ich nicht erwartet hatte, etwas, wofür auch Jahrzehnte von entschlossener Assimilation mich nicht blind machen konnten: In diesem schwulen Mekka war ich ein unsichtbarer Mann; immer noch hatte ich keinen Schatten, keine Substanz. Keine Geschichte, keinen Platz. Keine Spiegelung. Ich war ein Alien, ungesehen – und gesehen, ungewollt. Hier, wie in Hepzibah, war ich ein [N.], immer noch. Ich gab auf.
Jahr:
Autor*inneninfo:
Marlon Riggs (1957-1994) war US-amerikanischer Filmemacher, Dichter und gay-rights-Aktivist.
Quelle:
Aus Marlon Riggs‘ „Tongues Untied“, zitiert in: José Esteban Muñoz (1999): Disidentifications. Queers of Color and the Performance of Politics. Minneapolis: University of Minnesota Press, S. 9.
Kontext:
Riggs spricht davon, wie unterschiedliche Strukturen wie Rassismus und Sexualität sich gegenseitig beeinflussen. Das wird Intersektionalität genannt. Diskriminierung intersektional zu denken wird einer Lebensrealität gerecht, in der jede:r immer mehrere Zugehörigkeiten empfindet oder von der Gesellschaft zugeschrieben bekommt (Alter, Geschlecht, sexuelle Identität, Behinderung, legaler Status, Bildungsabschluss, u.v.m.). So schrieb beispielsweise Audre Lorde davon, dass sie innerhalb der lesbischen Community Schwarz und innerhalb der Schwarzen Community lesbisch sei. Lorde schreibt, dass es keine Hierarchie der Unterdrückung gibt, sodass man Unterdrückung immer in seinen vielfältigen Erscheinungsformen erkennen und bedenken muss.
Zum Weiterlesen:
*Marlon Riggs (1994): Black is … Black ain‘t. Dokumentarfilm. 87 min.
*Marlon Riggs (1989): Tongues untied. Dokumentarfilm. 55 min.
*Audre Lorde (2009): I Am Your Sister: Collected and Unpublished Writings of Audre Lorde. Oxford & New York: Oxford University Press.
OK
In den heißen Ländern reift der Mensch in allen Stücken früher, erreicht aber nicht die Vollkommenheit der temperierten Zonen. Die Menschheit ist in ihrer größten Vollkommenheit in der Rasse der Weißen. Die gelben Inder haben schon ein geringeres Talent. Die N**** sind tiefer, und am tiefsten steht ein Teil der amerikanischen Völkerschaften.
Richtig!
In den heißen Ländern reift der Mensch in allen Stücken früher, erreicht aber nicht die Vollkommenheit der temperierten Zonen. Die Menschheit ist in ihrer größten Vollkommenheit in der Rasse der Weißen. Die gelben Inder haben schon ein geringeres Talent. Die N**** sind tiefer, und am tiefsten steht ein Teil der amerikanischen Völkerschaften.
Jahr:
Autor*inneninfo:
Immanuel Kant (1724-1804) war der bekannteste deutsche Philosoph der Aufklärung. Er hat fast sein gesamtes Leben in Königsberg verbracht. Er war bei der Prägung der Rassentheorie für den deutschsprachigen Raum von zentraler Bedeutung.
Quelle:
Immanuel Kant (1764): Physische Geographie 2. T. 1. Abs. § 3 (IX 195). Königsberg: Göbbels und Unzer.
Kontext:
Obwohl allgemein mit der Aufklärung die universellen Menschenrechte verbunden werden, war sie auch die Zeit der aufkommenden Rassentheorien.
Wenn alle Menschen gleich und frei waren, dann brauchte es eine parallele Theorie, die belegten sollte, warum einige eben doch nicht ganz gleichwertig sein können (siehe oben Adorno und Horkheimer und ihre „Die Dialektik der Aufklärung“).
Immanuel Kant versuchte, eine „Rassenhierarchie“ zu konstruieren, die auf „Rationalität“, „Moral“, „Mündigkeit“, „Erziehbarkeit“ und „Faulheit“ als Merkmale des Andersseins aufbaute. Er platzierte den weißen Mann im Zentrum dieser Ideologie und machte ihn zur Norm, an der Fortschritt gemessen wurde. Die Abwertung von People of Color ging bei Kant so weit, dass er sich bei bestimmten Weltregionen fragte, warum sie überhaupt existierten.
Zum Weiterlesen:
*Peggy Piesche (2005): Der „Fortschritt“ der Aufklärung – Kants „Race“ und die Zentrierung des weißen Subjekts. In: Maureen Maisha Eggers et al. (Hrsg.): Mythen, Masken und Subjekte. Kritische Weißseinsforschung in Deutschland. Münster: Unrast, S. 30-39.
*Bayrischer Rundfunk (17.09.2020): Philosophen der Aufklärung: Waren Hegel, Kant und Co. Rassisten?
OK
Der Kolonisator, der im anderen Menschen ein Tier sieht, nur um sich selber ein ruhiges Gewissen zu verschaffen, dieser Kolonisator wird objektiv dahingebracht, sich selbst in ein Tier zu verwandeln. (…) Man erzählt mir von Fortschritt und geheilten Krankheiten. Ich aber spreche von zertretenen Kulturen, (…) von Tausenden hingeopferten Menschen. (…) Ich spreche von Millionen Menschen, denen man geschickt das Zittern, den Kniefall, die Verzweiflung (…) eingeprägt hat.
Richtig!
Der Kolonisator, der im anderen Menschen ein Tier sieht, nur um sich selber ein ruhiges Gewissen zu verschaffen, dieser Kolonisator wird objektiv dahingebracht, sich selbst in ein Tier zu verwandeln. (…) Man erzählt mir von Fortschritt und geheilten Krankheiten. Ich aber spreche von zertretenen Kulturen, (…) von Tausenden hingeopferten Menschen. (…) Ich spreche von Millionen Menschen, denen man geschickt das Zittern, den Kniefall, die Verzweiflung (…) eingeprägt hat.
Jahr:
Autor*inneninfo:
Aimé Césaire (1913-2008) war afrokaribisch-französischer Schriftsteller und Politiker, Begründer des Konzepts der Négritude, einer Black-Consciousness-Bewegung, die danach strebte, Schwarze Menschen von kolonialer Herrschaft zu befreien.
Quelle:
Aimé Césaire (1968): Über den Kolonialismus. Berlin: Wagenbach. S. 21-23.
Kontext:
In seiner 1950 entworfenen Rede „Über den Kolonialismus“, aus dem das Zitat stammt, kritisiert Cesaire, dass der Kolonialismus vorgebe, „zivilisieren“ zu wollen, sein wahres Ziel jedoch immer nur die Ausbeutung war (1968: 8). Die Kolonisierten sowie die europäischen Proletarier*innen hätten dies schon längst verstanden (1968: 6). Cesaire baut hier eine problematische Verbindungslinie zwischen Holocaust und kolonialem Genozid, als er schreibt „was er [der europäische Bürger] Hitler nicht verzeiht, [ist] nicht das Verbrechen an sich (…) sondern, dass es das Verbrechen gegen den weißen Menschen ist“ (1968: 12). Als Alternative hat der Wissenschaftler Michael Rothberg das Konzept der multidirektionalen Erinnerungskultur entworfen, die unterschiedliche Gewalterfahrungen nicht in Konkurrenz zueinander stellt.
Zum Weiterlesen:
*Aimé Césaire (1968): Über den Kolonialismus. Berlin: Wagenbach.
*Der Freitag (Felix Alster, 28.05.2020): War doch nicht so schlimm. Im Streit über den Postkolonialisten Achille Mbembe zeigt Deutschland, wie provinziell seine Erinnerungskultur ist.
OK
Tatsächlich hat DER HOLOCAUST sich als unentbehrliche ideologische Waffe erwiesen. Durch deren Einsatz hat eine der stärksten Militärmächte der Welt mit einer erschreckenden Menschenrechtsbilanz sich in die Rolle eines »Opfer-Staates« versetzt, und ebenso hat die erfolgreichste ethnische Gruppe der Vereinigten Staaten sich einen »Opferstatus« zugelegt. Aus dieser scheinbar bestechenden Opferrolle erwachsen beträchtliche Dividenden – insbesondere die Immunität gegenüber Kritik, wie berechtigt sie auch sei.
Richtig!
Tatsächlich hat DER HOLOCAUST sich als unentbehrliche ideologische Waffe erwiesen. Durch deren Einsatz hat eine der stärksten Militärmächte der Welt mit einer erschreckenden Menschenrechtsbilanz sich in die Rolle eines »Opfer-Staates« versetzt, und ebenso hat die erfolgreichste ethnische Gruppe der Vereinigten Staaten sich einen »Opferstatus« zugelegt. Aus dieser scheinbar bestechenden Opferrolle erwachsen beträchtliche Dividenden – insbesondere die Immunität gegenüber Kritik, wie berechtigt sie auch sei.
Jahr:
Autor*inneninfo:
USA, Norman G. Finkelstein
Finkelstein (geb. 1953) ist ein jüdisch-amerikanischer Politikwissenschaftler mit den Forschungsschwerpunkten Holocaust-Studies und dem Israel-Palästina Konflikt. Finkelstein veröffentlichte eine Anzahl von Büchern zu beiden Themenfeldern. Internationale Bekanntheit erlangte er durch die mit seinem Buch „Die Holocaust-Industrie“ verbundene Kontroverse im Jahre 2000. Die DePaul University in Chicago verweigerte ihm 2006 aufgrund der mit dem Buch im Zusammenhang stehende Auseinandersetzung die Beförderung zum ordentlichen Professor.
Quelle:
Norman G. Finkelstein (2001): Die Holocaustindustrie. Wie das Leiden der Juden ausgebeutet wird. München:Pieper, S. 5.
Kontext:
Finkelsteins Publikation „Die Holocaustindustrie“ beinhaltet viele geschichtsrevisionistische Inhalte, bis hin zur Leugnung des Massenmords an 6 Millionen europäischen Juden. In seiner Publikation kommt Finkelstein u.a. zu dem Schluss, dass das Ausmaß der Shoa künstlich aufgebauscht sei, um den Holocaust als „Todschlagargument“ zu benutzen, damit sich jüdische Communities Vorteile und Privilegien sichern könnten.
In der 2022 vorgestellten Allensbach Studie „Antisemitismus in Deutschland – eine Repräsentativbefragung“, im Auftrag des American Jewish Comittee Deutschland, wird deutlich, dass auch heute noch 34 Prozent der Bevölkerung die Einstellung vertritt „Juden hätten aus dem Holocaust einen Vorteil gezogen“.
Zum Weiterlesen:
OK
Wo sind heute die Pequot? Wo sind die Narragansett, die Mohicans, die Pokanoket und viele andere ehemals mächtige Gruppen unserer Leute? Sie sind wegen der Habgier und der Unterdrückung des weißen Mannes verschwunden, wie Schnee vor der Sommersonne. Werden wir uns zerstören lassen, ohne uns unserer Herkunft würdig anzustrengen? Sollen wir ohne Kampf unsere Häuser, unser Land, das uns der Große Geist hinterlassen hat, aufgeben? Die Gräber unserer Toten und alles, was uns teuer und heilig ist? Ich weiß, ihr werdet mit mir sagen: Niemals! Niemals!
Richtig!
Wo sind heute die Pequot? Wo sind die Narragansett, die Mohicans, die Pokanoket und viele andere ehemals mächtige Gruppen unserer Leute? Sie sind wegen der Habgier und der Unterdrückung des weißen Mannes verschwunden, wie Schnee vor der Sommersonne. Werden wir uns zerstören lassen, ohne uns unserer Herkunft würdig anzustrengen? Sollen wir ohne Kampf unsere Häuser, unser Land, das uns der Große Geist hinterlassen hat, aufgeben? Die Gräber unserer Toten und alles, was uns teuer und heilig ist? Ich weiß, ihr werdet mit mir sagen: Niemals! Niemals!
Jahr:
Autor*inneninfo:
Tecumseh Shawnee (1768-1813) war ein Kämpfer und Anführer der Shawnee im heutigen Ohio/USA. Er war bekannt als guter Redner und für seine Fähigkeit, unterschiedliche Gruppen zu vereinen.
Quelle:
Zitiert in Alex Alvarez (2016): Native Americans and the Question of Genocide. Lanham: Rowman & Littlefield, S. 9. Das Zitat könnte auch 1813 entstanden sein.
Kontext:
Nach dem US-amerikanischen Unabhängigkeitskrieg Ende des 18. Jahrhunderts wurde eine neue Einwanderungspolitik propagiert. Ein liberal organisiertes Migrationsregime sollte Migration aus Europa fördern. Dem standen die Versklavung von Menschen aus Afrika, Vertreibungen, Genozide und Enteignungen der Native Americans gegenüber. In der Siedler:innenkolonisation der Europäer:innen wehrten sich Native Americans gegen die Landenteignung und Genozide in kriegerischen Auseinandersetzungen. Nach der Niederschlagung des indigenen Widerstands gründeten die Siedler:innen Native American Reservate. Tecumseh arbeitete lange daran, im 18. Jahrhundert eine große Allianz gegen die weißen Siedler:innen zu bilden. In diesem Zitat, in dem Tecumseh um seine Zeitgenoss:innen trauert, wird die traumatische Brutalität des Genozids an den Native Americans deutlich.
Zum Weiterlesen:
*Vine Deloria (1969): Custer Died for your Sins. An Indian Manifesto. New York: Macmillan.
OK
„Man muss staunen, empört sein und sich anstecken lassen, nur so kann man die Realität verändern. Was die Heilung verbessert, ist der affektive Kontakt zwischen einer Person und einer anderen. Was heilt, ist Freude, was heilt, ist das Fehlen von Vorurteilen.“
Richtig!
„Man muss staunen, empört sein und sich anstecken lassen, nur so kann man die Realität verändern. Was die Heilung verbessert, ist der affektive Kontakt zwischen einer Person und einer anderen. Was heilt, ist Freude, was heilt, ist das Fehlen von Vorurteilen.“
Jahr:
Autor*inneninfo:

Dr. Nise da Silveira, geboren am 15. Februar 1905 in Maceió; gestorben am 30. Oktober 1999 in Rio de Janeiro, war eine der bedeutendsten brasilianischen Wissenschaftler*innen, Psychiaterin, Alchemistin der Psyche und Marxistin, die entschlossen neue Wege durch die Gebiete der Medizin, Philosophie und Kunst definierte. Ihr Wirken war geprägt durch die Ablehnung der damals gängigen, invasiven Methoden der Psychiatrie. Sie war in ihrem Studium die einzige weibliche Absolventin neben 157 Männern. Nise da Silveira absolvierte an der neurologischen Klinik Antonio Austregésilo ihre fachärztliche Ausbildung zur Psychiaterin und gewann im selben Jahr eine landesweite Ausschreibung für eine Stelle für Psychopathologie und Vorsorge für geistige Gesundheit am Praia Vermelha Hospital in Rio.
Bei Ihrer Anstellung im psychiatrischen Zentrum Pedro II in Engenho de Dentro lehnte Nise da Silveira die Praktiken Lobotomie, Insulinschock- oder Cardiazol-Schocktherapie ab und wurde daraufhin in die Abteilung für Ergotherapie versetzt. Dort ermöglichte sie ihren Patienten eine persönliche und künstlerische Entfaltung. Insbesondere leitete sie kunsttherapeutische Sitzungen, durch die nach ihrem Verständnis, unterbewusste Zustände der Psyche zugänglich wurden. Nise da Silveira, die „psiquiatra rebelde“, revolutionierte die Geschichte der Psychiatrie über die Grenzen ihres Landes hinaus und war Vorläuferin in den weltweiten Bewegungen der Psychiatrieformen in Brasilien, England, Italien und Deutschland zwischen den 60er – 80er Jahren. Sie trat für eine Humanisierung der Behandlungsmethoden chronisch geistig kranker PatientInnen ein und schuf das Museum „Museu de Imagens do Inconsciente“, welches zugleich ihr Studien- und Forschungszentrum. Nach ihrem Tod wurde ihr privates Archiv als Erbe der Menschheit in das „Memory of the World“- Programm der UNESCO aufgenommen, eine digitale Sammlung historischer Dokumente von außergewöhnlichem Wert für die Menschheitsgeschichte.
Bild/Quelle: Arquivo Nise da Silveira, https://revistacult.uol.com.br
Quelle:
Livro –MELLO, L.. Encontros. Nise da Silveira. São Paulo: Azougue Editorial, 2009. Entrevistas e depoimentos que Nise da Silveira concedeu entre 1976 e 1997
Kontext:
Im Zuge des Kommunistischen Aufstandes im Jahr 1935 gründete da Silveira zusammen mit intellektuellen und feministischen AktivistInnen die Organisation „Uniao Feminina do Brasil“ (UFB). Die Frauen forderten gesetzliche Änderungen, die den Frauen das Sorgerecht für ihre Kinder nach einer Scheidung, Lohngleichheit mit Männern und den Anspruch auf Mutterschaftsurlaub zugestanden. Diese Forderungen brachten die UFB in die Nähe linker Organisationen, die wiederum mit der Kommunistischen Partei verbunden waren. Der regierende Diktator Präsident Getúlio Vargas unterzeichnete am 19. Juli 1935 das Dekret 246, das umgehend die Schließung der UFB als illegale Organisation verfügte – weniger als zwei Monate nach ihrer Gründung. Ein Jahr später wurde Nise da Silveira von einer Krankenschwester denunziert, die in Da Silveiras Schließfach marxistische Literatur entdeckt hatte. Es folgte eine 18monatige Haft, sowie ein Berufsverbot. 1944, mit dem Ende der Diktatur des Präsidenten Getúlio Vargas nach 15 Jahren, gewannen demokratische Prozesse die politische Oberhand, die Emanzipation der Gesellschaft durch Bildung und Kunst wurde zum politischen Anliegen.
Nise da Silveira wurde amnestiert und in ihre frühere Stelle im „Psychiatrisches Zentrum Pedro II“ in Engenho de Dentro, in Rio de Janeiro, zurückversetzt. Zutiefst schockiert reagierte sie auf die invasiven und für sie brutalen Behandlungsmethoden, die zur Norm der internationalen Psychiatrie geworden waren: Insulinschocktherapie, Elektroschock, Lobotomie (eine neurochirurgische Operation, bei der den PatientInnen Stahlnadeln tief ins Gehirn getrieben werden, um die Nervenbahnen zwischen Thalamus und Frontallappen und Teile der Grauen Substanz zu durchtrennen). Der portugiesische Arzt António Egas Moniz (1874 – 1955) wurde 1949 für die Entwicklung der Lobotomie mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet. Als Nise da Silveira diese Therapien selbst anwenden sollte, weigerte sie sich strikt – was ihr von diesem Moment an den Titel „psiquiatra rebelde“ einbrachte. Für sie waren diese Methoden riskant, aggressiv und ineffektiv, welche Methoden der Folter gleich. Sie war überzeugt, dass „alle diese Techniken […] eine Attacke auf die Integrität des Menschen im edelsten seiner Organe darstellen“. Sensibilisiert für ein Leben in Gefangenschaft durch ihre eigene Haft reagierte sie ebenso entsetzt auf die Unterbringung der damals ca.1500 schizophrenen PatientInnen in geschlossenen Räumen und ummauerten Innenhöfen. Um ihren Arbeitsplatz zu behalten, bot sich ihr als einzige Lösung, sich in die verwahrloste Abteilung für Beschäftigungstherapie versetzen zu lassen. Auch wenn die Beschäftigung bisher nur aus Putzen und Wartungsarbeiten bestand, nahm Nise da Silveira das Angebot an. Sie übernahm einen ungenutzten Verwaltungsbereich des Klinikkomplexes und gründete am 9. September 1946 die Secao de Terapeutica Ocupacional e Reabilitacao, die Sektion für Beschäftigungstherapie und Rehabilitation und startete ab da ihr bahnbrechendes Werk. Nise da Silveira hat eine klinische Methode entwickelt, die auf Zuneigung und Respekt vor der Würde jedes Menschen gründet.
Nise da Silveira wurde weltweit bekannt für die avantgardistische Idee, Zuneigung als wissenschaftliche Methode in der Behandlung psychischer Leiden zu nutzen. Empathie, Engagement und Nächstenliebe überwanden Krankenhausmauern, Vorurteile und Missbrauch von PatientInnen. Im Jahr 1956 gründete Nise da Silveira die Casa das Palmeiras, die erste brasilianische Klinik für psychiatrische Behandlungen in Form einer Tagesschule.
Zum Weiterlesen:
Nise Da Silveira – Uma Psiquiatra Rebelde (Em Portuguese do Brasil), 1. Januar 2000
https://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/nise-da-silveira/
Museu virtual – Ocupação Nise da Silveira – Itaú Cultural
Livro –MELLO, L.. Encontros. Nise da Silveira. São Paulo: Azougue Editorial, 2009. Entrevistas e depoimentos que Nise da Silveira concedeu entre 1976 e 1997
Memória do Mundo da UNESCO: Arquivo Pessoal de Nise da Silveira
https://www.youtube.com/watch?v=AtUhmbHqeXM&embeds_referring_euri=https%3A%2F%2Frevistacult.uol.com.br%2F&source_ve_path=MjM4NTE&feature=emb_title
Nise, el corazón de la locura.. (subtitulada)
https://www.youtube.com/watch?v=mcLpV3a_hZ4&t=2953s
Nise da Silveira – Posfácio: Imagens do Inconsciente
https://www.youtube.com/watch?v=EDg0zjMe4nA
Leon Hirszman, Imagens do Inconsciente
https://www.youtube.com/watch?v=FxYx4obbARE
https://www.youtube.com/watch?v=9-uN1lsWFjM&t=4322s
https://www.youtube.com/watch?v=fgong5EYqUE&t=3585s
Robert Berliner, Nise – O Coracao da Loucura (Nise – in the Heart of Madness)QUEM É NISE DA SILVEIRA
https://www.youtube.com/watch?v=LbWP3JEUV1s
OK
Die rassistischen Ideen der Weißen sind in der kapitalistischen Gesellschaft so tief verwurzelt, dass das Nicht-Fortschreiten der afrikanischen Landwirtschaft der angeborenen Minderwertigkeit des Afrikaners zugeschrieben wurde. Es wäre sehr viel zutreffender, zu sagen, dass es auf das Eindringen der Weißen zurückzuführen war, obgleich die Erklärung nicht den persönlichen bösen Willen der Kolonialherren oder ihrer rassischen Herkunft, sondern vielmehr an der organisierten Bosheit des kapitalistisch-kolonialistischen Systems liegt.
Richtig!
Die rassistischen Ideen der Weißen sind in der kapitalistischen Gesellschaft so tief verwurzelt, dass das Nicht-Fortschreiten der afrikanischen Landwirtschaft der angeborenen Minderwertigkeit des Afrikaners zugeschrieben wurde. Es wäre sehr viel zutreffender, zu sagen, dass es auf das Eindringen der Weißen zurückzuführen war, obgleich die Erklärung nicht den persönlichen bösen Willen der Kolonialherren oder ihrer rassischen Herkunft, sondern vielmehr an der organisierten Bosheit des kapitalistisch-kolonialistischen Systems liegt.
Jahr:
Autor*inneninfo:
Walter Rodney (1942-1980) war ein marxistischer Historiker und Politiker aus Guyana. In einer Arbeiterfamilie geboren, hat er in Guyana und auf Jamaika studiert und u.a. in Hamburg und in Tansania gelehrt. 1980 wurde er während des Wahlkampfes für die Working People’s Alliance bei einem Bombenanschlag umgebracht. Eine Untersuchungskommission befand 2015, dass der Anschlag von staatlichen guayanischen Stellen ausging.
Quelle:
Walter Rodney (1975): 190.
Kontext:
Rodney analysiert in seinem Buch die gesellschaftliche und ökonomische Geschichte Afrikas vom 14. Jahrhundert bis zum Ende der Kolonialzeit. Im 15. Jahrhundert liegen Europa und Afrika demnach noch gleich auf. Er argumentiert, dass von da an durch Versklavung, imperialistische Dominanz, Kolonisierung und allgemeine Ausbeutung Afrika vom Westen abhängig gemacht wurde. Verarmung und Misere seit dem Ende der Kolonialzeit seien damit zu erklären.
Zum Weiterlesen:
Walter Rodney (1975): Afrika. Die Geschichte einer Unterentwicklung. Berlin: Klaus Wagenbach.
OK
1500
to 1600
to 1700
to 1800
to 1850
to 1900
to 1925
to 1950
to 1975
to 1990
to 2000
to 2010
2011