Auch wenn Juden nicht explizit erwähnt werden, so greife „Compact“ immer wieder Denkmuster auf, die der „Logik des Antisemitismus in ihrer spezifischen Argumentation strukturell ähneln“ (siehe Vorwärts 2016). DAzu gehört auch eine „personalisierende und moralisierende Kapitalismuskritik“, die sich an die NS-Ideologie anlehne. Dabei arbeite die „Compact“-Redaktion oft mit antisemitischen Chiffren wie „Ostküste-Establishment“,„Finanz-Vampirismus“.
In beinahe jeder Ausgabe werde „die bloße Existenz des jüdischen Staates attackiert“, heißt es bei Culina und Fedders (2016). Mit sachlicher Kritik an der Regierungspolitik Israels habe das nicht mehr zu tun, finden die beiden Autoren. Die Grenze zum Antisemitismus sei weit überschritten: Der Staat Israel werde dämonisiert, sein Existenzrecht in Frage gestellt, nicht selten werde das Land mit dem Dritten Reich gleichgesetzt.
Die damit verbundene Verharmlosung der NS-Verbrechen münde bei „Compact“ oft in den sogenannten sekundären Antisemitismus: Die Zeitschrift unterstelle, „die Juden“ zögen heutzutage einen „Nutzen“ aus der Shoah – Entschädigungszahlungen würden angeblich zu Unrecht bezahlt, es gebe eine „Holocaust-Industrie“, von der Juden bis heute profitierten. Die deutsche Vergangenheit werde andauernd „instrumentalisiert“, in Deutschland drohe überall die „Antisemitismus-Keule“, so die Klage von „Compact“.


Die Rheinische Missionsgessellschaft (hier Missionsgebäude im heutigen Namibia) existierte von 1828 bis 1971 und war hauptsächlich im südlichen Afrika und während der deutschen Kolonialzeit in Neuguinea tätig.
Obwohl die Sklaverei auf den damals dänischen Jugferninseln 1848 nach massiven Protesten von 8000 versklavten Menschen abgeschafft wurde, waren die Arbeitsbedingungen nicht viel besser geworden. Queen Mary organisierte mit Queen Agnes und Queen Mathilda die sogenannte Fireburn-Proteste („brennendes Feuer“) 1878. Dies waren die größten Arbeiter*innenproteste in der dänischen Geschichte (

Starhawk bezieht sich auf die Verfolgung von Frauen als Hexen im Kontext kapitalistischer Enteignung von Gemeinschaftsgütern seit dem 14. Jahrhundert in Europa. Sie sieht Parallelen in der Art, wie in der Ausbreitung des Kapitalismus die Lebens- und Arbeitsweisen und das Wissen von Frauen in Europa abgewertet wurden mit der Weise, wie später Gesellschaften im Globalen Süden und heute arme Menschen als minderwertig angesehen werden. Der Widerstand dieser Akteur*innen stand immer im Weg der kapitalistischen Ausbeutung von Mensch und Natur.




Die Geschichtschreibung des Gastarbeitsdiskurses wird meistens aus hegemonialen Quellen beschrieben, wie in diesem Zitat von der Rheinischen Post, die das mangelhafte Deutsch der männlichen Arbeitsmigranten in den Vordergrund stellt und gleichzeitig die in den 1960er Jahren in Westdeutschland verbreitete Einstellung vertritt, dass deutsche Frauen eigentlich keiner Lohnarbeit nachgehen sollten. Während es schon seit Beginn der „Gastarbeiter-Anwerbung“ migrantische Widerstände gab, ist die Kritik der migrantischen Arbeiter:innen erst in den letzten zwei Jahrzehnten (z.B. mit Feridun Zaimoğlus Buch „Kanak Sprak. 24 Mißtöne vom Rande der Gesellschaft“ von 1995) im Mainstream wahrgenommen worden.



F. W. H. Alexander von Humboldt (1769-1859) war sogenannter Forschungsreisender. Nach ihm und seinem Bruder ist das Berliner Humboldt-Forum benannt (das meistbesuchte Museum Deutschlands), in dem sich Sammlungen von Kunst- und Kulturgegenständen aus aller Welt befinden, die oft eine koloniale Raubgeschichte haben.