Freiwilligendienste 11

Quote:

„Unsere Niederlage war immer enthalten im Sieg der Fremden, unser Reichtum hat immer unsere Armut geschaffen, um das Gedeihen anderer zu erhalten.“

Quelle:

Zitat: Galeano, Eduardo (1971/1999): „Las venas abiertas de América Latina.“  La Habana: Casa de las Americas, S. 19 Bild: Wikimedia

Autor*inneninfo:

Eduardo Galeano (1940-2015) war uruguayischer Schriftsteller.

Kontext:

Eduardo Galeano setzt Armut und Reichtum in Beziehung: Koloniale Ausbeutung, u.a. von Rohstoffreichtum, zielte auf die Bereicherung Europas. Auch heute noch wird Armut im Globalen Süden oft als abgekoppelt von Reichtum im Globalen Norden dargestellt. In der Entwicklungszusammenarbeit wird beispielsweise oft über Armutsbekämpfung, aber nicht über die Ursachen und Begrenzung von Reichtum gesprochen. Während die Zahl der armen Menschen in den letzten Jahrzehnten nicht spürbar weniger wird, gab es noch nie so große Vermögen wie heute. Die 12 reichsten Menschen der Erde haben soviel Geld wie die gesamte ärmere Hälfte der Weltbevölkerung: 3,77 Milliarden Menschen (Oxfam 2026: 9). Auf der anderen Seite wird Armut im Zusammenhang von Freiwilligendiensten auch oft romantisiert (Hall 1994: 159). Menschen werden in Berichten von Nord-Freiwilligen oft als arm, aber glücklich dargestellt (vgl. Kontzi 2015: 156ff.). „So werden globale Zusammenhänge, ungerechte Strukturen des Welthandels und kolonialzeitliche Ausbeutung ausgeblendet und es wird gleichzeitig nicht mitgedacht, dass einige Menschen - uns inbegriffen - davon profitieren" (glokal 2013: 36). Wie denkst du über die Ursachen und Zusammenhänge von Armut und Reichtum in deinem sogenannten Partnerland? Spielen historische oder aktuelle Machtverhältnisse dabei eine Rolle?

Zum Weiterlesen:

Jahr:

1971