Freiwilligendienste 4

Quote:

Mit welchen Problemen wird man denn konfrontiert? „Nun ja“, antwortet Jakob, „mit fast allem, was man sich vorstellen kann im ärmsten Land der Welt. Aber es gibt nichts, wofür es nicht eine Lösung gäbe.“

Quelle:

Autor*inneninfo:

Das Zitat stammt von einem weißen deutschen weltwärts-Freiwilligen. Weltwärts ist das 2008 ins Leben gerufene entwicklungspolitische Freiwilligenprogramm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung BMZ.

Kontext:

Die:der Reisende aus dem Norden in den Globalen Süden wird oft mit Herausforderungen konfrontiert, die sie:er zuvor nur aus Medienberichten, Schulbüchern oder Erzählungen von Familienmitgliedern und Freund:innen kennt. Es kann einerseits zu einer Überwältigung kommen, andererseits zu einer Haltung als omnipotente Problemlöser:in, die auch aus dem Zitat spricht. Diese Haltung ist beeinflusst von gesellschaftlicher Macht, die sich aus der Geschichte der Eroberung gebildet hat. Europäer:innen hatten durch das koloniale System die Macht, in den kolonisierten Gesellschaften ihre Problemlösungen durchzusetzen. Nach Stuart Hall setzte sich diese „Tendenz, europäische Kategorien und Normen aufzuzwingen“ nach dem Ende der Befreiung von Kolonisierung fort (Hall 1994: 166). Diese Macht, in Gesellschaften im Globalen Süden einzugreifen, schreibt sich in der Entwicklungszusammenarbeit fort (BER 2007: Von Trommlern und Helfern). Welche Ansprüche hast du an dich in deinem Freiwilligendienst? Was möchtest du lernen?

Zum Weiterlesen:

*Daniel Bendix, Chandra-Milena Danielzik et al. (2024): Episodes from a Colonial Present. Comic. Daraja Press.

Jahr:

2007