Freiwilligendienste 5

Quote:

“Ohne uns, ohne unsere Intervention würden diese indigenen Bevölkerungen immer noch Elend und Gemeinheit, Epidemien, massiven einheimische Krankheiten überlassen sein und Hungersnöte würden sie immer noch ihre Reihen lichten; gemeine Könige und korrupte “chiefs” würden sie immer noch nach bösartigen Launen opfern … and sie würden zugrunde gehen im Elend inmitten von unausgenutztem Reichtum.”

Quelle:

Zitat: Spurr, David 1993: “The Rhetoric of Empire. Colonial Discourse in Journalism, Travel Writing and Imperial Administration.” Duke University Press. Durham/ London. S. 77 Bild: Wikimedia

Autor*inneninfo:

Albert Sarrout war französischer Kolonialbeamter. Das Bild zeigt nicht ihn, sondern einen anonymen französischen Kolonialbeamten. Die Jahreszahl 1893 wurde von David Spurr nicht konkret angegeben und wurde von uns geschätzt.

Kontext:

Aus dem Zitat spricht der koloniale Blick des europäischen Beamten: die dem weißen Mann auferlegte zivilisatorische Mission. Der Kinderbuchautor des Dschungelbuchs Rudyard Kipling hatte dies 1899 als „white mans burden“ bezeichnet. Diese „Last“ (burden) wurde von Europäer:innen ausgenutzt, um gewalttätige Unterwerfung und kapitalistische Ausbeutung zu rechtfertigen. Die Konzentration auf und die ständige Wiederholung von scheinbaren Mängeln und Defiziten (aus Perspektive von Europäer:innen!) erschafft die Abwertung der „Anderen“ als nicht-zivilisiert. Zwei Punkte sind dabei zentral: (1) die eurozentristische Perspektive darauf, was sogenannte Zivilisation zu sein hat und (2) die Reduktion der Kolonisierten auf Defizite. Auch in gegenwärtigen Beschreibungen von Nord-Freiwilligen im Globalen Süden tauchen oft noch dies auf Defizite fokussierten Perspektiven auf (glokal 2013: 30ff.).

Wie beschreibe ich die Lebensumstände in dem Land, in dem ich mich für meinen Freiwilligendienst aufhalte?

Zum Weiterlesen:

Jahr:

1893