Quote:
„Wie wärs, wenn sich anatomisch darthun ließe, (…) daß es nicht eingebildeter Stolz ist, der uns oft zu weit über die M*** erhebt, sondern (…) die auszeichnenden Organe des Verstandes …“
Quelle:
Autor*inneninfo:
Samuel T. Soemmerring (1755-1830) war ein deutscher Arzt und Wissenschaftler.Kontext:
Rassentheorien entstanden in der Hochzeit europäischer Kolonialexpansion und wurden während der Aufklärung als pseudowissenschaftliche Theorien verbreitet. Sie dienten zur Legitimation der Ausbeutung, Gewalt und Unterdrückung aller Nicht-Weißen.
Für Rassismus gibt es viele Definitionen. Wichtig ist: (1) Rassismus ist verbunden mit Kolonialismus, d.h. der Geschichte der gewaltsamen Eroberung von Land und der Unterdrückung und Vernichtung von Menschen in diesen Gebieten, (2) dem Rassismus zugrunde liegenden Konstrukt „Rasse“ und die “Ideologie der weißen Überlegenheit” dienten zur Rechtfertigung dieser Expansion und beeinflussen noch heute Denken und Handeln von Menschen (glokal 2013: 15ff.). Vorurteile von Schwarzen gegenüber weißen Menschen werden nach dieser Definition nicht als Rassismus bezeichnet.
Oft beschreiben weiße Freiwillige Erlebnisse, in denen sie ausgeschlossen wurden als sogenannten umgekehrten Rassismus. Diese - möglicherweise erstmaligen - Ausschlusserfahrungen können ohne Frage schmerzhaft sein. Allerdings verkennt die Bezeichnung als Rassismus die jahrhundertealte gesellschaftliche Macht und Gewalt dieses Konzepts.
Wie definierst du Rassismus? Aus welcher Perspektive blickst du darauf?