Quote:
„du siehst/ mich hinter/ deiner pocket kamera/ erinnerungen aus ostafrika/ und das/ was du gelesen hast/ darüber/ bereit es auf mir abzuladen//“
Quelle:
Zitat: May Ayim (1995): schwarz weiss monolog, in: Blues in Schwarz-Weiss. Berlin: Orlanda Frauenverlag.
Bild: Wikimedia
Autor*inneninfo:
May Ayim (1960-1996) war eine Schwarze deutsche Dichterin, Pädagogin und Aktivistin der jüngeren Schwarzen Bewegung und Mitbegründerin der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland ISD.Kontext:
In dem Gedicht spricht May Ayim darüber, wie sie als Schwarze Frau in Deutschland von weißen Menschen gesehen wird. Diese Exotisierung trifft sowohl Schwarze Menschen im Globalen Norden, als auch im Globalen Süden. Menschen werden zu sogenannten Anderen gemacht und objektiviert, also als Objekte gesehen. Wenn eine Person zum Objekt gemacht wird, dann tritt ihre Persönlichkeit und all das, was sie ausmacht in den Hintergrund der Betrachtung; was bleibt ist die Zuschreibung von außen, die nichts mit dem eigentlichen Menschen zu tun hat. Zum Objekt gemacht werden heißt also verallgemeinert, als Gruppe gedacht und dabei der eigenen Identität beraubt zu werden (glokal 2013: 16). Grada Kilomba drückt es so aus: „Das bin ich nicht. Aber dieser Diskurs macht mich dazu, diese Kette von Assoziationen und von Bildern. (...) Das Schwarze Subjekt wird zu dem, was das weiße Subjekt nicht sein möchte. So wird das Schwarze Subjekt als Projektionsfläche benutzt ...“ (Kiesel und Philipp 2011: Minute 11:00 und 19:00ff.).
Wie beschreibst du Menschen deinem Herkunftsland (z.B. Deutschland)? Beschreibst du Menschen in deinem Partnerland anders? Wenn ja, warum?
Zum Weiterlesen:
*VIDEO: Timo Kiesel und Carolin Philipp 2011: white charity – Schwarzsein und Weißsein auf Plakaten von Spendenorganisationen. Dokumentarfilm. 48min.
Jahr:
1995